Übungen und Spiele – Auszüge aus den !Respect-Lehrmaterialien

Schulen, die mit !Respect zusammenarbeiten, steht in einem passwortgeschützten Bereich der !Respect-Website exklusiv anschauliches Material für die pädagogische Arbeit zur Verfügung. Auf Handbuchblättern zu unterschiedlichen Themen finden Lehrer*innen und pädagogische Mitarbeiter*innen zahlreiche Kurzbeschreibungen mit Bildern für die nachhaltige Arbeit mit Kindern. Ende 2021 hat !Respect damit begonnen, ergänzend zu den bebilderten Textmaterialien auch kurze Erklärvideos zur Verfügung zu stellen. Die Spiele und Übungen sind in Anlehnung an Hanns Petillon nach 10 Zielen sozialen Lernens geordnet (Soziales Lernen in der Grundschule, 2017, Beltz Verlag). Diese Kategorisierung soll es Lehrer*innen und Pädagog*innen erleichtern, Übungen zu finden, die ihren Lernzielen entsprechen. 

 

Damit Sie sich ein Bild von den Übungen und Spielen machen können, mit denen !Respect einen respektvollen, sozialverträglichen Umgang und deeskalierendes Verhalten in Konfliktsituationen verbunden mit grundlegenden Strategien für den Umgang mit Beleidigungen, Ausgrenzung und körperlicher Gewalt schult und fördert, finden Sie im folgenden auszugsweise !Respect-Lehrmaterialien.

 

Kategorisierung nach den 10 Zielen sozialen Lernens
Kategorisierung nach den 10 Zielen sozialen Lernens


Friesengruß

Dieses gemeinschaftsstiftende Begrüßungsritual wird gelegentlich auch als "Ostfriesengruß" gespielt Alle sitzen im Kreis Die Füße sind angewinkelt Zunächst wird mit den Füßen auf den Boden gestampft und dabei laut im Takt bis vier gezählt Dann wird mit den Händen viermal auf die Knie geklatscht und ebenfalls laut mitgezählt Danach wird in die Hände geklatscht, während noch einmal bis vier mitgezählt wird Im Anschluss winken alle Kinder und rufen dabei "Moin, moin, moin, moin".

Zu Beginn wird das Ritual zweimal wie beschrieben ausgeführt, danach noch zweimal, ohne dabei laut bis vier zu zählen Nur das "Moin, moin, moin, moin" wird gesprochen.

Zur Verabschiedung lässt sich das Spiel natürlich auch spielen, dann wird "Tschüss, tschüss, tschüss, tschüss" anstatt "Moin, moin, moin, moin" gerufen.

1. Im Kreis, die Füße angewinkelt

2. Mit den Füßen auf den Boden stampfen, dabei im Takt laut bis vier zählen


3. Mit den Händen viermal auf die Knie klatschen und laut mitzählen

4. Viermal in Folge in die Hände klatschen und laut mitzählen


5. Winken und dazu "Moin, moin, moin, moin“ rufen



Mit dem Floß über das saure Meer

Dieses Kooperationsspiel wird gelegentlich auch nur kurz "Mattenfloß" genannt. Die Kinder bilden Gruppen von vier bis acht Kindern. Pro Gruppe werden zwei Turnmatten benötigt. Jede Gruppe soll von der einen Seite der Halle zur anderen Seite gelangen. Dabei darf jedoch kein Kind das "saure Meer", also den Hallenboden, berühren. Die Aufgabe wird bewältigt, indem sich alle Mädchen und Jungen einer Gruppe auf eine Matte stellen, das "Floß". Nun bewegen sie gemeinsam die freie Matte nach vorn. Dann springen alle auf die zuvor nach vorne geschobene Matte und bewegen nun die jetzt frei gewordene Matte vorwärts. Diesen Vorgang wiederholen sie, bis sie auf der anderen Seite der Halle angekommen sind. Hier haben wir allerdings schon die Lösung des Problems vorweggenommen. Die Lösung soll in den Teams natürlich selbst erarbeitet werden. Kleine Hilfestellungen sind natürlich erlaubt.

Das Spiel kann natürlich auch als kleiner Wettkampf gestaltet werden, indem die Gruppen versuchen, vor den anderen ins Ziel zu gelangen. Der Fokus von !Respect liegt aber eher darin, dass die Kinder gemeinsam Lösungen entwickeln. !Respect-Trainer Oli: "Wenn schließlich alle Teams mit ihren 'Flößen' sicher das saure Meer überquert haben, hat die ganze Klasse gewonnen!"

1. Startaufstellung mit jeweils zwei Matten pro Gruppe

2. Ziel ist es, von der einen Seite der Halle ans andere Ende zu gelangen.


3. Uups! Der Hallenboden darf eigentlich nicht berührt werden.

4. Die freie Matte nach vorne schieben und …


5. … dann rüberspringen.

6. Gewonnen! ... aber nur, wenn alle Kinder das Ziel erreicht haben.


7. Alternativ mit großen Matten. Ist natürlich viel schwieriger.



Elektroauto Fahren

Bei diesem Spiel können sich die Kinder richtig austoben, gleichzeitig aber üben, aufeinander zu achten, und lernen, was man tun kann, wenn man mal versehentlich jemanden anrempelt. Gelegentlich wird dieses Spiel auch lediglich "Elektroauto" oder "Elektroautoteststrecke" genannt.

Zu Beginn sitzen alle Kinder im Kreis, damit der !Respect-Coach die Spielregeln erklären kann. Jedes Kind soll ein Elektroauto spielen, das auf der Teststrecke (Halle) nach den Vorgaben des !Respect-Coaches zu fahren hat, z.B. seitlich oder rückwärts. Falls mal ein "Auto" ein anderes berühren sollte, muss es entweder eine kleine Kraftübung machen oder mit den Worten "Entschuldigung, ich habe dich nicht gesehen." um Verzeihung bitten.

Nachdem dann die Regeln erklärt worden sind, bekommen die Mädchen und Jungen handliche Gegenstände (z.B. runde Bierdeckel – Kissen gehen aber auch) in die Hand, die als Lenkräder ihrer Elektroautos dienen. Und in Nullkommanix wird der Übungsraum zur Teststrecke.

Damit es nicht langweilig wird, kann der !Respect-Coach hinsichtlich der Vorgaben, wie die "Autos" fahren sollen, jede Menge verschiedener Variationen in das Spiel einbauen, z.B. Balancieren des Lenkrads auf dem Kopf während der Fahrt.

1. Im Kreis: Der !Respect-Coach erklärt die Spielregeln.

2. Die "Lenkräder" werden verteilt.


3. Der !Respect-Coach gibt die Vorgaben: vorwärts, rückwärts, seitlich …

4. … oder mit dem "Lenkrad" auf dem "Autodach".


5. "Entschuldigung, ich habe dich nicht gesehen."



Gefühle Raten

Alle sitzen im Kreis. Der !Respect-Coach geht in die Mitte des Kreises und stellt pantomimisch mehrere Gefühle dar. Die Kinder sollen erraten, um welches Gefühl es sich jeweils handelt. Nach dieser Einführung sollen dann einzelne Kinder Gefühle darstellen, die dann ebenso erraten werden sollen. Die Reihenfolge kann so gewählt werden, dass jeweils dasjenige Kind, welches richtig gelegen hat, im Anschluss ein Gefühl vorspielt. Zuvor flüstert es dem !Respect-Coach allerdings ins Ohr, um welches Gefühl es sich handelt, damit er den ratenden Kindern gegebenenfalls helfend zur Seite stehen kann.

(Nach "Gefühle raten" in: Portmann, Rosemarie: Die 50 besten Spiel zur emotionalen Intelligenz, München, 2013)

1. Der !Respect-Coach erklärt das Spiel …

2. … und stellt pantomimisch verschiedene Gefühle dar.


3. Die Kinder flüstern dem !Respect-Coach zunächst das Gefühl zu, …

4. … welches dann pantomimisch gespielt wird.


5. Wer es errät, ist als nächstes an der Reihe.



Stopp-und-Nein-Kreis

Neben der Körpersprache kommt es in Konfliktsituationen darauf an, dass Kinder benennen können, was sie nicht möchten bzw. was ein anderes Kind unterlassen soll.

Damit die Kinder Anregungen erhalten, sich verbal zu artikulieren, steht der !Respect-Coach gemeinsam mit den Kindern im Kreis. Die Kinder sollen zunächst auf ihre Körpersprache achten: Skateboardstand (mit festem Stand), Reißverschluss nach oben (Brustkorb leicht angehoben) und Laserblick (entschlossen nach vorn schauen).

Die Körpersprache soll die jeweilige Aussage unterstützen, die zunächst der !Respect-Coach und später dann die einzelnen Kinder vorgeben. Die Phrasen werden nach folgendem Muster gebildet:

Stopp bzw. Nein oder Halt plus was stört bzw. was das Gegenüber unterlassen soll

Beispiele: "Stopp! Lass mich los!" oder "Nein! Fass mich so nicht an!"

Diese Worte werden von den Kindern gemeinsam und mantraartig wiederholt. Um die Aussagen noch zu bekräftigen, halten die Kinder eine Hand mit gespreizten Fingern wie eine Abgrenzung vor ihren Körper oder drücken sie zum Boden hin runter und zeigen damit ihre Matschhände. Siehe hierzu auch die !Respect-Stopp-Regel.

(Nach "Nein-Kreis" in: Behnke, Andrea: Die 50 besten Spiele zum Umgang mit Konflikten, München, 2016)

1. Alle stehen im Kreis mit Laserblick und …

2. … im Skateboardstand.


3. Reißverschluss nach oben!

4. “Stopp! Sag sowas nicht zu mir!“ mit Matschhand …


5. … oder nach vorne gestreckter Stopp-Hand.